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Wilhelm II. (Deutsches Reich) Artikel
Wilhelm II. (* 27.01 1859 in Potsdam; †4.06 1941 in Doorn, Niederlande) war der letzte Deutsche Kaiser und König von Preußen.
Buch-Tipp: Des Kaisers Reise in den Orient 1898 Zs. Für Hohenzollerische Geschichte, Band 38/39, 2002/03, "Die sogenannte Orientreise des deutschen Kaisers Wilhelm 11. in dem Herbst 1898, dem der Volksmund seiner Zeit nicht zuletzt aus diesem Grunde den Beinamen Reisekaiser gegeben hatte, besaß eine weit über den proklamierten Anlass hinausgehende Bedeutung. Die relativ lange Auslandreise sollte... | |
Auf Grund von Komplikationen bei seiner Geburt wurde sein linker Arm verkrüppelt. Seitens der Kaiserlichen Familie wurde versucht, den Behinderungen entgegen zu wirken. So musste sich der kleine Wilhelm schmerzhaften Elektroschocktherapien unterziehen, auch wurde versucht, seinen verkrüppelten Arm zu strecken, was jedoch nicht erfolgreich war. Diese Behinderung prägte ihn sehr und machte ihn zu einem Menschen mit einem sehr kleinen Selbstbewusstsein; schließlich sollte der zukünftige König von Preußen ein ganzer Mann und kein Krüppel sein.
Er verbrachte eine unglückliche Kindheit, hatte mit Georg Ernst Hinzpeter einen äußerst strengen Lehrer, das Verhältnis zu seiner Mutter war schlecht, und er wartete auf den Tag, sich profilieren zu können.
Buch-Tipp: Glück Glück ohne Sinn? In diesem schmalen Bändchen (80 Seiten) listet Wilhelm Schmid verschiedene Glücksformen auf: Das Zufallsglück, das Wohlfühlglück, das Glück der Fülle und sogar das Glück des Unglücklichseins. Er argumentiert jedoch, dass Glück nicht das Wichtigste in dem Leben ist und dass die Suche nach Glück viel eher eine Suche nachdem... |
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Mit der Gründung des Kaiserreiches 1871 wurde der 12-jährige Wilhelm Anwärter auf den deutschen Kaiserthron. Die strenge Erziehung führte zu einer Entfremdung zwischen Wilhelm und seinen politisch eher liberal eingestellten Eltern. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Kassel trat er als Leutnant in die preußische Armee ein und fand in dem Kreise des konservativen Offizierscorps die Wärme, den Zuspruch, den er vor allem von Seiten seiner Mutter immer vermisst hatte. Bereits in jungen Jahren bildete sich bei ihm so ein Verständnis von seiner monarchischen Rolle, das den konstitutionellen Vorstellungen seiner Eltern diametral entgegengesetzt war. Seine Vorstellung vom Königtum war extrem konservativ und orientierte sich eher am Gottesgnadentum des Absolutismus anstatt an den Bedürfnissen seiner Zeit. Bestärkt wurde er in dieser Haltung sowohl von Reichskanzler Otto von Bismarck als auch von seinem Großvater Wilhelm I.
Buch-Tipp: Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit Einblick in eine dynamische Epoche . . . . . . zu deren Gestaltung, Erfolg und Weltgeltung Wilhelm II. beitrug. Wilhelm II. ist eine der am ungerechtesten beurteilten Persönlichlichkeiten des 20. Jh. Warum der 1. Weltkrieg immer mit dem Kaiser assoziiert wird, beruht in Deutschland auf Verdrängung (ein Sündenbock ist besser als sich mit... |
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Nach dem Tode Wilhelms I. regierte Friedrich III. aufgrund eines Krebsleidens ca. für 99 Tage. So wurde Wilhelm II. schon am 15.06 des Dreikaiserjahrs 1888 in dem Alter von ca. 29 Jahren Deutscher Kaiser und König von Preußen.
Buch-Tipp: Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit. Biographie einer Epoche Einblick in eine dynamische Epoche . . . . . . zu deren Gestaltung, Erfolg und Weltgeltung Wilhelm II. beitrug. Wilhelm II. ist eine der am ungerechtesten beurteilten Persönlichlichkeiten des 20. Jh. Warum der 1. Weltkrieg immer mit dem Kaiser assoziiert wird, beruht in Deutschland auf Verdrängung (ein Sündenbock ist besser als sich mit... |
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Als Wilhelm 1888 den Thron bestieg, war er unumstritten überfordert und unvorbereitet. Der ständig von Stimmungsschwankungen geleitete Kaiser war häufig depressiv und belastet, zusätzlich machten ihm innere Zweifel zu schaffen. Zwar versuchte Wilhelm nach Außen hin immer das Bild des „echten Mannes“ zu repräsentieren, seine mentalen Defizite blieben jedoch nicht für jeden versteckt: Der zu seiner Zeit hoch angesehene Psychiater Emil Kraepelin genannte Wilhelms Gemüt als einen „typischen Fall periodischen Gestörtseins“. Diese Symptome könnten vor Allem auf seine „freudlose“ Kindheit zurückzuführen sein.
Doch Kaiser Wilhelm II. hatte neben seinen wiederholten Depressionen auch andere Leiden: Sein linker Arm, der seit der Geburt 15 Zentimeter kürzer als der rechte und gelähmt war, daraus resultierende Gleichgewichtsstörungen und Haltungsschäden und häufige Schmerzen in dem linken Ohr.
Wilhelm, der sich von Gott berufen fühlte, war in gewisser Weise in die Uniform vernarrt. Nicht ca. mimte er gerne den Feldherrn, er entwarf auch eine „Tropenuniform“, die er 1898 stolz bei seinem Aufenthalt in Jerusalem präsentierte. Wilhelm wurde häufig als „Redekaiser“ betitelt, da sein Drang zu dem Halten von Reden unverkennbar war. Obwohl der Kaiser immer beteuerte daran zu glauben, von Gott die Worte in den Mund gelegt zu bekommen, sind spezielle Phrasen in so gut wie allen seiner Reden enthalten, welches jene These widerlegt.
Des Kaisers Lieblingshobby war die Jagd – er erlegte insgesamt 46 Tausend Tiere, wobei ihm jeder Treffer ein Erfolg über sein Handicap bedeutete. Bei der Jagd lernte Wilhelm auch seinen ersten Freund lernen, Philipp Graf (später Fürst)zu Eulenburg, zum er ein enges Verhältnis pflegte und der besonders in den Jahren 1890-1898 zu den wichtigsten unverantwortlichen Beratern des Kaisers zählte. Als Euelenburg 1907 durch eine Pressekampagne als homosexuell angeklagt wurde, ließ Wilhelm ihn fallen, obwohl Eulenburg nicht verurteilt wurde, da er vorher gesundheitlich zusammenbrach. Es ist bekannt, dass Wilhelm, der mit seiner Ehefrau Auguste Viktoria sieben Kinder zeugte, Liebesbeziehungen zu mindestens noch drei anderen Frauen hatte.
Buch-Tipp: Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik Politik um den Kaiser herum. Wilhelm II. , während des Ersten Weltkrieges als kinderfressende Bestie dargestellt, war vor 1914 eine der schillernden Gestalten auf der Bühne der Geschichte. Von 1918 bis 1941 lebte er zurückgezogen und isoliert in seiner Traumwelt auf Schloß Doorn, seinem holländischen Exil. In dem Jahre 1988 jährt sich der Regierungsantritt... |
Wilhelms Politik in Deutschland | |
Nach dem Tode Friedrichs III. bestieg der unerfahrene Wilhelm II. am 15. Juni 1888 den Thron des deutschen Kaiserreichs. Der 29-jährige Kaiser begann sofort ein eher absolutistisches Herrscherbild zu entwickeln, das ihn als Auserwählten Gottes vorsah. Da zu jener Zeit Otto von Bismarck als Kanzler Deutschlands eine sehr starke Führungsposition innehielt, die durch des Kaisers Vorgänger Wilhelm I. und Friedrich III. extrem gestärkt worden war, stellte er ein Hindernis in dem Führungskonzept des neuen Herrschers dar.
Besonders während des Regierungsanfangs des Kaisers wurden einige Beamten der Regierung, welche für Wilhelm eine Einschränkung der Macht bedeuten könnten, entlassen.
Wegen der Führungsvorstellung des Kaisers versuchte dieser möglichst zahlreich die Posten wichtiger Ränge zu übernehmen und deswegen stellte er sich in dem Zivilen, in dem Militärischen sowie in dem Geistlichen als Oberster dar.
Der Kaiser war für seinen Hang zur Repräsentation bekannt. Er bevorzugte prachtvolle Feste und Veranstaltungen auf denen er als mächtiger Kaiser des deutsche Reiches auftreten konnte. Neben seiner Vorliebe, sich in würdevollen Uniformen zu allen Anlässen zumonstrieren, ließ er sich auch auf großen Portraits als sein erhofftes/ erwünschtes Ideal darstellen.
Dieser Hang zur übertriebenen Repräsentation weist auf eine gegenteilige Realität hin. Der unerfahrene und von seiner Verantwortung erdrückte Wilhelm II. schaffte es kaum, seinen verwaltungstechnischen Aufgaben als Kaiser nachzukommen.
Die größte innenpolitische Krise seiner Regierungszeit stellte die sogenannte Daily Telegraph Affäre (1908) dar. Wilhelm II. hatte bei einem Besuch in England unvorsichtige politische Bemerkungen gemacht, die später in der Zeitung veröffentlicht wurden. In Deutschland rief die Affäre einen Sturm der Entrüstung gegen den Kaiser hervor, der für den erfolglosen Zickzackkurs der deutschen Außenpolitik verantwortlicht gemacht wurde. Alle Parteien des Reichstages kritisierten den Monarchen und forderten eine Einschränkung seiner Reden und Gespräche. Wilhelm II. war von dieser Kritik so beeindruckt, daß er zeitweilig die Abdanklung erwog.
Eine ambivalente Rolle spielte Wilhelm II. in der Julikrise 1914. Zwar war er alles andere als ein Pazifist und hatte großen persönlichen Anteil an der Verschlechterung des internationalen Klimas, z. B. durch unbedachte Reden oder sein Festhalten an der Hochrüstungspolitik. Auch gab er Österreich-Ungarn am 5. Juli 1914 den sogenannten Blankoscheck, als er seine unbedingte Unterstützung eines Vorgehens gegen Serbien zusagte. Dennoch wollte Wilhelm II. den Krieg nicht - schon darum nicht, weil er sich den damit verbundenen Anforderungen an ihn nicht gewachsen fühlte. In dem letzten Moment unternahm er noch Versuche, den Frieden zu bewahren.
Im Verlauf des Ersten Weltkrieges 1914-1918 wurde die Bedeutung des Kaisers zunehmend kleiner. Besonders unter der 3. Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und Ludendorff (1916-1918) wurde er zunehmend von den politisch-militärischen Entscheidungen ausgeschlossen. Als Symbol des preußischen Militarismus forderten die Ententemächte die Abdankung des Kaisers als Bedingung für die Eröffnung von Friedensverhandlungen.
Buch-Tipp: Manipulationstechniken. Erkennen und abwehren sehr gut Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Es ist handlich und lässt sich bequem lesen, zudem ist es toll gegliedert und man will es gar nicht mehr weglegen.
Ich selbst habe es ca. aus "Spaß" gelesen und musste feststellen, dass ich täglich manipuliert werde und dass ich durch das Erkennen davon viel besser und stärker diskutieren... |
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Am 20. März 1890 entließ er den Reichskanzler Otto von Bismarck, den er als Kind noch über die Maßen verehrt hatte. Seit Wilhelms II. Thronbesteigung verschärfte sich der Gegensatz in der Sozialpolitik. Der Kaiser wollte den politischen Einfluss von Reichskanzler Bismarck zurückdrängen um den der Kaiserfamilie zu stärken und um selbst zu regieren. Auch wollte der Kanzler Russland als einen starken Verbündeten, wobei Wilhelm II. auf Österreich vertraute. Als Bismarcks Nachfolger ernannte Wilhelm II. den General Leo von Caprivi, welcher wenig politische Vorkenntnisse mitbrachte und das Amt des Reichskanzlers als militärisches Gehorsamverhältnis auffaßte. Da aber der junge Kaiser auch wenig politische Erfahrung besaß, gewann ein Beamter des Auswärtigen Amtes, Geheimrat von Holstein, für ungefähr 15 Jahre als Ratgeber des Kaisers und des Kanzlers Einfluss auf die deutsche Außenpolitik. Eine der ersten Fehlentscheidungen war die Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrags mit Russische Förderation durch den neuen Reichskanzler Leo von Caprivi. Mit der Entlassung Bismarcks begann der Übergang Deutschlands in die Epoche des Imperialismus.
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Das Deutsche Reich geriet aufgrund einer unruhigen, expansiven Außenpolitik (Bau einer Flotte (Kaiserliche Marine), sowie zahlreicher unbedachter und kriegerischer Reden Wilhelms in einen Gegensatz zu Großbritannien und in die außenpolitische Isolation, was wesentlich zu der für Deutschland ungünstigen Konstellation bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges beitrug (Zweifrontenkrieg). Der Anteil des Kaisers an der deutschen Außenpolitik ist umstritten. Während John C. G. Röhl in ihm die entscheidende Persönlichkeit sah, die die Politik des Reiches eigenständig führte, sehen andere Historiker wie Wolfgang Mommsen die zivile Reichsleitung in dem Zentrum der Verantwortung.
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Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft | |
1911 gründete er die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft, die nachdem Zweiten Weltkrieg den Namen Max-Planck-Gesellschaft erhielt.
Buch-Tipp: Politik im deutschen Kaiserreich 1871 - 1918 Eine sehr gelungene Übersicht Das Buch „Politik in dem Deutschen Kaiserreich 1871-1918" von Hans-Peter Ullmann richtet sich als ein Buch der Reihe „Enzyklopädie deutscher Geschichte" an Fachhistoriker, Studenten, Geschichtslehrer, Vertreter benachbarter Disziplinen und an interessierte Laien. Es behandelt die innere Entwicklung des kaiserlichen... |
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Wegen der Novemberrevolution 1918 musste er abdanken. Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden eigenmächtig Wilhelms Rücktritt bekannt. Am 10. November 1918 floh der Kaiser aus seinem Hauptquartier in Spa in die Niederlande und verzichtete dort am 28. November 1918 auf seinen Thron (er bestätigte damit die eigenmächtige Handlung des Max von Baden als Verweser). Bis 1920 lebte Wilhelm II. in Amerongen, danach bis zu seinem Tod in Huis Doorn in den Niederlanden in dem Exil, wo er sich trotz seiner Behinderung als Holzfäller betätigte, seine Memoiren verfasste und (vergeblich) die Wiederherstellung seines Kaisertums betrieb. Zeitweilig näherte er sich dabei an die Nationalsozialisten an, von denen er sich die Wiederherstellung der Monarchie versprach.
Im Jahre 1940 verfasste er ein Glückwunschtelegramm an Adolf Hitler zu dessen Sieg über Frankreich. Mit diesem äußerst umstrittenen Telegramm wollte der Kaiser wohl seine Rehabilitierung und eine Rückkehr in die deutsche Heimat erreichen. Beides wurde von den Nationalsozialisten aber nicht gewährt.
Kaiser Wilhelm II. wurde in einem nach seinen Zeichnungen erbauten Mausoleum in dem Schlosspark von Doorn begraben, seine beiden Gattinnen ruhen in dem Antikentempel am Neuen Palais in Potsdam.
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